Ursprünglich war für den 13. Dezember in Mannheim die Titelverteidigung von IBF- und WBO-Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko aus der Ukraine gegen Alexander Powetkin geplant. Nun musste der russische Herausforderer Powetkin den Kampf wegen einer Verletzung absagen.
“Alexander hat sich im Training eine Bänderverletzung im linken Knöchel zugezogen, kann bis Ende November nicht trainieren und deshalb in diesem Jahr nicht mehr boxen”, erklärte Heiko Mallwitz vom Sauerland-Boxstall in Oldenburg.
Dem Pflicht-Herausforderungsrecht wird Alexander Powetkin aber auf jeden Fall nachgehen, hieß es weiter. Der Termin für die Titelverteidigung von IBF und WBO mit Wladimir Klitschko in Mannheim steht aber dennoch. “Wir sind jetzt auf der Suche nach einem gleichstarken Herausforderer. Es wäre jammerschade, wenn Wladimir nicht kämpfen könnte. Er steckt mitten in der Vorbereitung”, meinte sein Manager Bernd Bönte in einem Interview mit der “Bild.de”.
Povetkin gegen Chambers – ein unerwartet spannender Kampf. Der Sauerland-Schützling kommt erst spät in seinen Rhythmus und Chambers schlägt sich tapfer. Zwei Kämpfer im Ring, die Uhr, nur einer kann gewinnen. Endlich wieder was zu sehen.
Bis zur Rundenpause. Die Männer, die sich gerade noch als Abbild alter Helden die Visage einschlugen, mutieren vor den Augen des Zuschauers zu keuchenden Kindern in der Ringecke. Irgendein Trainer, je nach Schützling mehr oder weniger berühmt, redet immer das Gleiche an sie ran. Ob der Boxer seinen Coach überhaupt hören kann? Und wen interessiert das?
Wann hat das eigentlich angefangen, dass ich live dabei bin, wenn sich der Sportler in den Pausen zwischen den Runden ausruht? Warum muss die Ansprache des Trainers mit Richtmikrofonen aufgefangen werden, damit ich jedes „Okay“ des Boxers zwischen genähten Cuts und massiertem Halbswirbel perfekt verstehe?
Was kommt als nächstes – hält man dem Mann ein Mikrofon vor die Nase und fragt ihn nach seiner Meinung zum Kampf?
Mal ganz abgesehen davon, dass dieser Voyeurismus mit dem Sport an sich nichts zu tun hat, wären mir persönlich Kommentare zur Runde plus Zeitlupe um einiges lieber. Meinetwegen auch Bierwerbung.
Alexander Wladimirowitsch Povetkin kämpft am 26.01.2008 in Berlin im “Final Eliminator” gegen Eddie Chambers um seine erste WM-Chance. Dem Schützling des Promoters Wilfried Sauerland winkt im Fall eines Sieges der Titelkampf mit IBF-Weltmeister Wladimir Klitschko.
Der in seinen bislang 15 Profikämpfen ungeschlagene Russe kann auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken. Als Amateur gewann der 1979 in Kursk geborene Povetkin alle großen Titel. Zu seinen herausragenden Erfolgen dieser Zeit zählen zwei Europameisterschaften in den Jahren 2002 und 2004, der Weltmeistertitel 2003 und die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen. Seine Bilanz als Amateurboxer ist mit 125 Siegen gegenüber 7 Niederlagen beeindruckend. Zwischen 2001 und 2004 war Povetkin weltweit die unangefochtene Nummer 1 aller Superschwergewichtler im Amateurboxen.
Erst im Jahr 2005, nachdem sein heutiger Promoter auf das vermeintlich große Talent aufmerksam wurde, begann die Profikarriere des Alexander Povetkin im “Sauerland-Stall”.Den anfänglich leichten Siegen des bislang erfolgsverwöhnten Russen gegen Aufbaugegner folgten durchaus vielversprechende Kämpfe unter Anderem gegen den Nigerianer Richard Bango und den US-Amerikaner Imamu Mayfield, einem ehemaligen Titelträger im Cruisergewicht, und David Bostice.
Erst der Sieg gegen Ex-Weltmeister Chris Byrd im Rahmen eines Ausscheidungsturniers der IBF brachte Povetkin in die Rolle des potentiellen Pflichtherausforderers für Wladmir Klitschko.
Ob der 28jährige die WM-Chance erhält, zeigt sich am Samstag. Ein leichter Kampf wird es gegen den zwar drei Jahre jüngeren, aber an boxerischer Erfahrung reicheren Chambers jedenfalls nicht.