In der Hansenstadt Hamburg wird vom 21. bis 22. Februar 2009 der prestigeträchtige OTTO-Grand-Prix der Judokas ausgetragen. Bei der hochkarätig international besetzen Veranstaltung, die zu den zehn bedeutendsten Judo-Turnieren der Welt gehört, wird der Olympiasieger von Peking Ole Bischof und die Olympiasiegerin von Athen Yvonne Bönisch nicht um wichtige Weltranglistenpunkte mitkämpfen können.
Zu seiner Absage bei diesem wichtigen Qualifikationsturnier der Judokas für die Europa- und Weltmeisterschaften im Jahr 2009 sowie für Olympiaqualifikation 2012 sagte Ole Bischof: „Ich fühle mich fit - für einen Start beim Grand Prix in Hamburg ist es jedoch noch zu früh.“ Der Reutlinger will erst in knapp einem Monat, bei einem Turnier in New York, in die Saison starten.
Yvonne Bönisch vom UJKC Potsdam braucht noch Trainingszeit und wird ihren Einstand in die WM-Saison Ende Februar beim Weltcup in Prag geben. „Zum Einstieg wäre Hamburg zu groß.“
Athleten aus 30 Ländern mit den größten Judo-Nationen Japan, Frankreich, Korea und China haben sich in der Elbstadt angekündigt. “Es ist der erste Grand Prix, der in diesem Jahr stattfindet. Ich freue mich sehr auf das Turnier und hoffe auf die gewohnt gute Stimmung in Hamburg”, erläuterte der Präsident des Deutschen Judo-Bundes (DJB), Peter Frese.
Andreas Tölzer und Franziska Konitz haben bei den deutschen Judo-Meisterschaften in Bayreuth ihre nationalen Titel im Schwergewicht verteidigen können. Beide Judokas setzten Akzente für das große Saisonziel, die Weltmeisterschaft Ende August in Rotterdam.
Der Europameister von 2006, Andreas Tölzer aus Mönchengladbach, setzte sich im Finale gegen den Leipziger Fabian Hubert durch. Franziska Konitz siegte im Finale der Damen gegen Jasmin Külbs aus Speyer und verteidigte ihren Titel ebenfalls souverän. Bei der DM in Bayreuth fehlten aber die Olympiasieger Ole Bischof und Yvonne Bönisch.
Diese Ergebnisse lassen aufhorchen bezüglich der Judo-Weltmeisterschaft vom 26. bis 30. August in Rotterdam. Dann hoffen wir wieder auf Topplatzierungen der Athleten vom Deutschen Judobund (DJB), wie es uns Bischof bei den Spielen in Peking vorgemacht hat.
Ole Bischof hat das neue Jahr mit einem Trainingslehrgang im Bundesleistungszentrum Kienbaum begonnen. Der Aufenthalt dient für den Olympiasieger als Startschuss zur Vorbereitung auf die WM in diesem Jahr.
„Es lief alles ganz gut. Ich bin schon ganz gut in Form“, meinte Ole Bischof gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa. Hauptaugenmerk der gesamten Vorbereitung liegt für den 29-Jährigen im nacholympischen auf dem Saisonhöhepunkt, der Weltmeisterschaft Ende August in Rotterdam. „Da möchte ich um eine Medaille mitkämpfen“, sagte der Reutlinger vorausschauend.
Der neue Herren-Bundestrainer der Judokas, Detlef Ultsch, fand positive Worte zu den Tagen in Kienbaum. „Der Lehrgang ist sehr gut gelaufen. Die Stimmung und die Motivation sind gut.“
Der neue Damen-Bundestrainer Michael Bazynski musste bei dem Lehrgang auf seine Top-Athletinnen verzichten. Die Potsdamerin Yvonne Bönisch hat Trainingsrückstand und Annett Böhm laboriert an einer Fußverletzung. Trotzdem zeigte sich auch Bazynski äußerst zufrieden: „Die Frauen haben sehr, sehr gut trainiert.“
Bayreuth ist am Wochenende Austragungsort der Deutschen Judo-Meisterschaften. Fast 400 Teilnehmer werden auch ohne Olympiasieger Ole Bischof in der Oberfrankenhalle in 14 Gewichtsklassen für wahre Judo-Festspiele sorgen.
„Ich brauche eine Phase, in der ich auch vom Kopf her abschalten kann“, bat Ole Bischof um Verständnis für sein Fehlen. Aber die Olympia-Teilnehmer Romy Tarangul (Frankfurt/Oder), Michael Pinske (Berlin) und Andreas Tölzer (Mönchengladbach) sowie alle Olympia-Ersatzathleten werden um den nationalen Titel fighten.
Bei den Bayreuther Deutschen Judo-Meisterschaft wollen sich auch viele Judokas eine gute Ausgangsposition für die Ausscheidung zu den bevorstehenden Qualifikations-Turnieren für die Europa- und Weltmeisterschaften im kommenden Jahr verschaffen. „Ich hoffe, dass sich ein paar neue Athleten anbieten, die den nächsten Olympia-Zyklus mit Kurs auf 2012 anpeilen“, erklärte der Präsident des Deutschen Judo-Bundes (DJB), Peter Frese.
Den Traum vom Olympiasieg musste Romy Tarangul recht schnell begraben. Zunächst hatte die 21jährige einen Kampf gegen die Usbekin Sinura Djurajewa gewonnen, musste sich dann aber aufgrund einer unglücklichen Verwarnung in der Verlängerung Japanerin Misato Nakamura beugen. Im Anschluss traf sie auf die Belgierin Ilse Heylen, der sie ebenfalls unterlag und sich somit von Olympia 2008 verabschieden musste.
Zwar ist dies eine riesige Enttäuschung für Romy Tarangul, jedoch muss ihr angesichts ihres Alters keine Bange sein. Die am 19.10.1987 in Frankfurt (Oder) geborene Judo-Athletin wird sich recht schnell von dieser Niederlage bei Olympia erholen und so richtig durchstarten. Schließlich hatte sie zuletzt in der hart umkämpften 52-Kilo-Klasse die Vize-Europameisterschaft errungen.
Dass sie zudem auch optische Reize hat, wollte Romy Tarangul der Welt nicht vorenthalten. Im neuesten Playboy präsentiert sie sich gemeinsam mit anderen Olympia-Teilnehmerinnen und möchte damit einem Klischee entgegen treten: „Die Kombination aus Kampfsport und Frauen wird immer gleichgesetzt mit unweiblichen Muskel-Amazonen.“, so die Vize-Europameisterin im Playboy.
Der Tag begann mit einem weiteren 9. Platz für die deutschen Judofrauen. Anna von Harnier startete ihr Turnier in der Gewichtsklasse bis 63 kg mit einem schnellen Sieg. Innerhalb von nur 8 Sekunden bezwang sie die Amerikanisch Samoanische Kämpferin Silulu A Etonu mit Ippon. Auch im zweiten Kampf gegen die Mongolin Battugs Tumen-od brauchte sie nur die halbe Kmapfzeit, um den Kampfvorzeitig zu siegen. Es sah also nach einem Durchmarsch aus, bis sie im Pool Finale auf die auf die Französin Lucie Decosse traf. Diese zeigte Harnier die Grenzen auf und gewann mit einem links angesetzten Ashi-uchi-mata. Die Deutsche hatte nun nur eine Medaillie in der Trostrunde in Aussicht. Dort kämpfte sie gegen Urska Zolnir. Der Slowenin gelangen zwei Waza-ari, was für ein vorzeitiges Ende der deutschen Medaillienhoffnungen sorgte.
Frauen bis 63 kg
1. Ayumi Tanimoto, Japan
2. Lucie Decosse, Frankreich
3. Elisabeth Willeboordse, Niederlande
3. Ok Im Won, Nordkorea
5. Driulis Gonzalez, Cuba
5. Claudia Heill, Österreich
7. Ysis Barreto, Venezuela
7. Urska Zolnir, Slovenien
Ole Bishoff sorgt für erstes Olympiagold der Männer seit 1996
Doch dann kam Ole Bischoff! Im ersten Kampf traf er auf den den Azerbaidshaner Mehman Azizov, den er mit zwei Yuko gewann. Im zweiten Kampf musste er sich dann gegen den Amerikaner Travis Stern durchsetzen. Zuerst kassierte dieser einen Shido, im weiteren Verlauf erhielten beide Kämpfe noch je eine Bestrafung, womit der Deutsche eine weniger hatte. Diese Wertung reichte ihm auch, um ins Poolfinale einzuziehen. Dort bekam er es mit einem ganz dicken Brocken zu tun, dem brasilianischen Weltmeister Tiago Camilo. Durch einen Ko-soto-gake-Ansatz konnte sich Bischoff einen kleinen Vorteil erarbeiten. Nachem er mit einem Sumi-gaeshi einen weiteren Waza-ari erhielt, war das Halbfinale perfekt.
Dort traf er auf den Ukrainer Roman Gontiuk. Zuerst geriet der Deutsche in Rückstand, da er afgrund von Passivität einen Koka erhielt. Das gleiche Schicksal holte jedoch auch den Ukrainer eine Minute vor Schluss ein, womit wieder Gleichstand war. 34 Sekunden vor Ende konnte Bischoff jedoch mit Yuko wieder in Führung gehen und diese bis zum Ende behaupten.
Nun kam es zum packenden Finale gegen den Koreaner Jae-Bum Kim. Ole Bischoff gelang 50 Sekunden vor Ende des Kampfes ein Yuko, der seinen Sieg und damit die zweite deutsche Goldmedaille in diesem Turnier überhaupt besiegelte.
Männer bis 81 kg:
1. Ole Bischof, Deutschland
2. Jae-Bum Kim, Südkorea
3. Tiago Camilo, Brasilien
3. Roman Gontiuk, Ukraine
5. Nyamkhuu Damdinsuren, Mongolei
5. Guillaume Elmont, Niederlande
7. Euan Burton, Groß Britanien
7. Robert Krawczyk, Polen
Was am ersten Wettkampftag des DJB begonnen hatte, setzte sich nun bei den anderen Frauen fort. Michaela Baschin konnte lediglich den 9. Platz erreichen und blieb somit ohne Medaille.
Als nächste musste Romy Tarangul gegen die Usbekin Zinura Djuraeva ran. Der erste Kampf lief sehr gut und sie konnte bereits nach 4:48 min mit Ippon gewinnen. Sie war über weite Strecken die stärkere Kämpferin und konnte sich im Verlauf noch steigern. Sie erhielt dann auch folgerichtig zwei Wertungen, die kampfentscheidend waren.
Zuerst bekam sie einen Koka für einen Seoi-nage rechts, und einen zweiten erhielt sie dann im Boden mit einem Würgegriff. DJB-Präsident Peter Frese sagte über diesen Kampf: “Romy hat hier sehr hart und gut gearbeitet und den Kampf verdient gewonnnen.”
In der zweiten Begegnung musste sie gegen die favorisierte Japanerin Misato Nakamura ran. Während der normalen Kampfzeit wurden beiden aber keine Wertung zugesprochen. In der zweiten Hälfte aber bekamen beide einen Shido, der das Golden Score zur Folge hatte. Dort wurde Tarangul ein Wurfeingang als Scheinangriff gewertet, welches ihr einen Shido einbrachte. Dies gab dann auch den Ausschlag zugunsten der Japanerin. Mit etwas mehr Glück hätte sie diesen Kampf auch gewinnen können.
In der Trostrunde traf sie dann auf die Belgierin Ilse Heylen. Dort zeigte sie zwar gute Ansätze, schaffte es aber nie richtig, die Belgiern zu stellen. Am Ende bekam sie einen Shido für Inaktivität, durch den sie den Kampf verlor.
Der neunte Platz, den sie dadurch erreichte, ist umso enttäuschender, wenn man bedenkt, dass gegen die Japanerin, die dann auch die Bronzemedaille gewann, mehr drin gewesen wäre.
Yvonne Bönisch in starker Gruppe auch nur 9.
Nun hatte die Olympiasiegerin Yvonne Bönisch die Möglichkei, ihren Titel zu verteidigen, doch auch sie scheiterte.
Zuerst musste sie gegen die Italienerin Giulia Quintavalle ran, die es ihr schwerer machte als angenommen. Bönisch fand nie richtig in den Kampf und musste zuerst einen Koka und zu guter letzt einen Wasa-ari einstecken. Am Ende verlor sie den Kampf verdient. Da die Französin Barbara Harel die dreifache Weltmeisterin Kye schlug und mit Quintavalle ins Poolfinale einzog, gab es nochmal Hoffnung für Bönisch. Durch den Sieg der Italienerin hatte sie dann auch Glück und kam in die Trostrunde, wo sie weiter um Bronze kämpfen konnte.
Als sie auch noch gegen die Mongolin Erdenet-Od Kishigbat mit Waza-ari und Yuko siegte, standen ihr die Türen zumindestens für Bronze wieder offen. Nun musste sie nur noch Barbara Harel schlagen. Als sie nach etwa 3 Minuten durch einen De-ashi-barai einen Koka kassierte, schlugen diese Türen wieder so schnell zu, wie sie sich geöffnet hatten. Sie war nicht mehr in der Lage, den Rückstand während des Kampfes aufzuholen. In allen Kämpfen zeigte sie ne die Spritzigkeit, die man von ihr gewohnt ist und so bleibt es nun den Männern überlassen, den Medaillienspiegel aus deutscher Sicht etwas aufzubessern.
Olympia hat begonnen und es gibt die erste Enttäuschung. Nachdem Michaela Baschin vom DJB durch ein Freilos in der ersten Runde weiterkam, konnte sie in der nächsten Runde die Algerierin Meriem Moussa besiegen. Im Kampf um das Halbfinale traf sie auf die Kubanerin Yanet Bermoy. Diese besiegte sie mit Waza-ari (Halber Punkt).
Im Achtelfinale musste sie sich nun einem ganz schweren Brocken stellen und gegen keine Geringere als die Vize-Weltmeisterin Yanet Bermey aus Kuba kämpfen. In diesem Kampf musste sie sich aber geschlagen geben und verlor knapp durch Shido (Bestrafung).
In der Trostrunde traf sie dann auf Lyudmila Bogdanova aus Russland. In einem kräfteraubenden Kampf sah es lange Zeit nach einem Sieg für die Deutsche aus. Es gab zwar keine Wertung, aber sie war eindeutig die aktivere Kämpferin. Doch dann passierte ihr eine kleine Unachtsamkeit und der Russin gelang es, die Deutsche mit einem Feger zu Boden zu bringen. Dieser halbe Wurf brachteder Russin einen halben Punkt, der für den Sieg reichte und die Hoffnung auf eine erste deutsche Judo Medaille zunichte machte.
Bei den deutschen Judoka geben die Frauen den Ton an. Durch ihre guten WM-Ergebnisse gab es bereits zwei sichere Qualifizierungen von den Schwergewichtlerin Sandra Köppen-Zuckschwerdt und Anna von Harnier .
Da die Männer ihre WM- Teilnahme verpatzten, mussten sie auf eine Qualifikation über die Europa-Ranglisten hoffen. Dort allerdings sieht es für die Deutschen nicht so schlecht aus. Insgesamt haben bis jetzt 23 Frauen und 17 Männer Punkte für einen Platz auf der Nominierungsliste gesammelt, wobei es für die Letzten auf der Liste eng wird.
Da die Europameisterschaften am 11.-13.4.08 die letzte Möglichkeit darstellen, sich für Olympia zu qualifizieren, können einige Sportler des DJB ihr Ticket für China jetzt schon buchen. Bei den Männern haben somit Andreas Tölzer (Mönchengladbach), Ole Bischof (Reutlingen) und Michael Pinske (Berlin) ihre Teilnahme gesichert. Bei den Frauen sind Olympiasiegerin Yvonne Bönisch sowie Leichtgewichtlerin Michaela Baschin (Backnang) bereits qualifiziert. Mit Romy Tarangul (Frankfurt/Oder) und Marlen Hein (Frankfurt) stehen zwei weitere Frauen in der Rangliste weit vorne und können sich bei einer guten EM Platzierung Hoffnungen auf Olympia machen.