Aus Befürchtung, das zu großen Teilen jugendliche Publikum zu erhöhter Gewaltbereitschaft anzustacheln, gedenkt Senator Körting das Gemetzel in der landeseigenen Max-Schmeling-Halle abzusagen.
Da der Sport- und Innensenator Ehrhart Körting (SPD) nach Kräften gegen die Veranstaltung angeht, sieht Hallenbetreiber Velomax nun einem möglichen Ausfall entgegen. „Im Moment ist nichts auszuschließen“, teilt Velomax-Sprecher Gunther Thiele mit. „Wir werden jetzt alles mit Bedacht prüfen und dann eine Entscheidung treffen.“ geplant ist, dass 20 Xtreme Fighter
am 12. Dezember in achteckigen Käfigen einander zu Boden bringen. Wer der geistigen Herausforderung beiwohnen mag, zahlt für die Tickets 42 bis 276 Euro. Das extreme Fighting Reglement sieht vor, den Ringgegner weiterlesen »
Nur selten hört man eine abweichende Antwortung auf die Frage, wer der beste Free Fighter der Welt ist? Was Roger Federer für die Tenniswelt ist, ist Fedor Emelianenko für die MMA Szene. Der 31 Jährige Russe hat in 5 Jahren 30 Kämpfe bestritten, von denen er 28 gewann. Nur einmal musster er sich geschlagen geben, als er im Kampf gegen Tsuyoshi Kohsaka nach einem Ellbogenschlag einen Cut erlitt und der Kampf daraufhin vom Ringarzt abgebrochen wurde. Da der Ellenbogentreffer eigentlich nicht erlaubt war, war dieses Ergebnis allerdings mehr als umstritten.
Fedor ist geborener Ukrainer, wuchs aber in Stary Oskol, Russland auf, wo er früh mit dem Judo- und Sambotraining anfing, anfangs unter Vasiliy Ivanovich Gavrilov und später unter seinem heutigen Trainer, Vladimir Mihailovich Voronovim. Nach seiner Collegeausbildung wurde dieses Training allerdings unterbrochen, oder stark eingeschränkt, als er für zwei Jahre zum Militär ging. Richtig los ging es erst wieder, als er damit fertig war. 1997 erhielt er seinen “Master of Sports” im Sambo und Judo. Sein erster größerer sportlicher Erfolg war die Bronze Medaille bei den Russischen Judo Meisterschaften 1998. Erst 2000, im Alter von etwa 25 jahren begann er neben dem Grappling, unter Alexander Vasilievich Michkov zusätzlich noch Box- und Kicktechniken zu trainieren, um im Combat Sambo und MMA Fuss zu fassen. Sein Aufstieg danach war kometenhaft und er wurde die dominierende Figur im PRIDE und MMA gesamt. Bis heute hat er mit so illustren Namen wie Mirco Crocop Filipovic, Mark Hunt, Antonio Rodrigo Nogueira (einmal no Contest), Mark Coleman und Semmy Schilt im Ring gestanden und sie auch besiegt. Es fehlen nur wenige der ganz Großen und es bleibt zu hoffen, dass es nochmal zu Kämpfen zwischen Fedor und ihnen kommt.
In den letzten Jahren wird man oft mit den Begriffen Mixed Martial Arts und Free Fight konfrontiert, einer Wettkampfform, in der mehr erlaubt ist, als man von etablierten Kampfkünsten gewohnt ist. Die Kämpfer dürfen je nach Regelwerk Fäuste, Füße, Knie und Ellenbogen nutzen und am Boden mit Schlägen, Hebel- und Würgetechniken (Grappling) kämpfen. Techniken, die augenscheinlich nur dazu dienen, den anderen schwer zu verletzen, sind dagegen nicht erlaubt.
Inzwischen favorisieren viele den Begriff Mixed Martial Arts, der zeigt, dass man in allen Distanzen gut sein muss und dass viele Kämpfer nebeneinander mehrere Kampfsportarten betreiben, die unterschiedliche Schwerpunkte setzten. So machen viele Free Fighter Thaiboxen oder Boxen um im Stand gut zu werden. Sie machen Ringerstile, um ihren Gegner besser zu Boden bringen zu können und betreiben Systeme wie das brasilianische JiuJitsu oder den ähnlichen Stil Luta Livre für ihre Fähigkeiten am Boden. Im Laufe der Zeit entwickelten sich Systeme, die dies alles wettkampfgerecht kombinierten und MMA so zu einem eigenständigen Stil machen, der perfekt auf den Wettkampf zugeschnitten ist.
Die Notwendigkeit, am Boden kämpfen zu müssen, löste in den 90ern eine Revolution in der Kampfkunstwelt aus, als etablierte Kampfkünstler merkten, dass sie diesem Bereich viel zu wenig Beachtung geschenkt hatten und in den Anfangsjahren dadurch den Grapplingstilen nichts entgegen zu setzen hatten. Inzwischen hat Bodenkampf deshalb auch in anderen Kampfkünsten Einzug gehalten.
Oft werden diese Kämpfe als blutrünstig und brutal dargestellt und man bekommt in den einschlägigen Medien eher den Eindruck, es handelt sich um einen menschlichen Hahnenkampf als um eine Sportart zweier austrainierter Athleten. Während Kämpfer wie Chuck Liddell oder Mirco Filipovic in den USA und Japan wie Stars behandelt werden und Tausende in große Hallen locken, fristet der Sport deshalb hierzulande ein eher stiefmütterliches Dasein.
Chuck Lidell gibt Tipps
Begibt man sich aber einmal in eine entsprechende Schule, merkt man in der Regel schnell, dass das Klischee einer Schlägertruppe weit an der Realität vorbeigeht. Meistens trifft man einen bunten Haufen kampfsportbegeisterter Menschen aus allen Schichten, die das Training sehr ernst nehmen und als das begreifen, was es ist. Ein technisch und konditionell sehr anspruchsvoller Sport, der hohe Anforderungen an die Athleten stellt.