Bei den deutschen Judoka geben die Frauen den Ton an. Durch ihre guten WM-Ergebnisse gab es bereits zwei sichere Qualifizierungen von den Schwergewichtlerin Sandra Köppen-Zuckschwerdt und Anna von Harnier .
Da die Männer ihre WM- Teilnahme verpatzten, mussten sie auf eine Qualifikation über die Europa-Ranglisten hoffen. Dort allerdings sieht es für die Deutschen nicht so schlecht aus. Insgesamt haben bis jetzt 23 Frauen und 17 Männer Punkte für einen Platz auf der Nominierungsliste gesammelt, wobei es für die Letzten auf der Liste eng wird.
Da die Europameisterschaften am 11.-13.4.08 die letzte Möglichkeit darstellen, sich für Olympia zu qualifizieren, können einige Sportler des DJB ihr Ticket für China jetzt schon buchen. Bei den Männern haben somit Andreas Tölzer (Mönchengladbach), Ole Bischof (Reutlingen) und Michael Pinske (Berlin) ihre Teilnahme gesichert. Bei den Frauen sind Olympiasiegerin Yvonne Bönisch sowie Leichtgewichtlerin Michaela Baschin (Backnang) bereits qualifiziert. Mit Romy Tarangul (Frankfurt/Oder) und Marlen Hein (Frankfurt) stehen zwei weitere Frauen in der Rangliste weit vorne und können sich bei einer guten EM Platzierung Hoffnungen auf Olympia machen.
Die deutschen Ringer tun sich schwer mit den Qualifikationen um die Teilnahme an den olympischen Spielen in China.
Bisher konnten sich bei den Freistilringern lediglich David Bichinashvili in der Klasse bis 84kg und Stefan Kehrer in der Klasse bis 86kg und bei den Griechisch-Römisch Ringern nur Konstantin Schneider in der Klasse bis 74kg.
Ähnlich, wie man es bei anderen Traditionssportarten erkennen kann, plagt sich auch das deutsche Ringen mit Nachwuchsschwierigkeiten ab und steckt somit in einer kleinen Krise.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits machen heutzutage viel weniger Kinder organisierten Sport. Vielfältige Freizeitangebote und nicht zuletzt der heimische Bildschirm sind oft anziehender als das Schwitzen mit Körperkontakt.
Darüber hinaus ist der Konkurrenzkampf, der zwischen den einzelnen Sportarten herrscht, stärker geworden.
Fussball und Handball sind von jeher beliebter gewesen als Ringen, neue Trendsportarten wie Skateboarding oder Basketball zogen ebenfalls immer mehr Jugendliche an und inzwischen hat das klassische Ringen zunehmend auch aus dem Kampsportlager selber größere Konkurrenz bekommen. Für Leute, die sich nicht nur schlagen, sondern auch den Nah- und Bodenkampf trainieren wollten, gab es früher nur Judo oder Jiu Jitsu. Seit dem Free Fight Boom aus den 90ern schießen überall Schulen aus dem Boden, die Grappling, Brazilian Jiu Jitsu, Luta Livre oder Submission-Wrerstling anbieten und damit die selben Leute ansprechen, die auch zum Ringen gehen würden.
Auch, wenn viele dieser Stile ihren Ursprung im Ringen haben, sind sie manchem attraktiver durch die Tatsache, dass mehr die Aufgabe des Gegners und weniger das Gerangel im Vordergrund steht. Der modernere Anstrich tut sein Übriges.
Es liegt am Ringen selber, den Leuten klar zu machen, dass es nicht nur einer der ältesten, sondern in vielen Bereichen (Takedowns/Würfen, Positionierung) auch eines der effektivsten Systeme ist und alt nicht gleichbedeutend sein muss mit altmodisch.
Brazilian Jiu Jitsu hat seinen Ursprung im traditionellen, japanischen Jiu Jitsu. Die Begründer waren Carlos und Helio Gracie, die in viele Herausforderungskämpfe verwickelt waren und dadurch viele Gelegenheiten hatten, ihre Kampflkunst immer mehr ihren Anforderungen anzupassen. Da sie eine kleine körperliche Statur hatten, konnten sie einige der ursprünglichen Jiu-Jitsu-Techniken nicht machen und benötigten ein System, dass in regellosen Kämpfen (Vale Tudo) bestehen konnte und auch kleinen und schwachen Menschen eine Chance gab.
Sie erkannten schnell, dass die körperliche Größe nur im Stand von Vorteil ist. Deshalb spezialisierten sie ihr System immer mehr in Richtung Bodenkampf. Markenzeichen des BJJ ist die Positionskontrolle, um den Gegner nicht zur Entfaltung kommen zu lassen und sich selber eine Gelegenheit zum Beenden des Kampfes durch Hebel oder Würgetechniken (Submission) zu verschaffen. Die Gracies veränderte dazu auch die Mechanik und Hebelwirkung vieler Techniken, um sie ohne großen Kraftaufwand anwendbar zu machen.
In den siebziger Jahren siedelte Rorion Gracie, einer der Söhne von Helio in die USA über und begann dort sein Familiensystem zu unterrichten. Der eigentlich Durchbruch dieses Stils kam in den 90ern, als R. Gracie die Ultimate Fighting Championships miterfand. In einer Zeit, in der Bodenkämpfe in anderen Systemen kaum eine Rolle spielten, waren sie den besonderen Fähigkeiten von einem anderen Sohn Helios, Royce Gracie, nahezu schutzlos ausgeliefert.
Und so gewann er, obwohl er der leichteste Kämpfer war, die ersten drei Turniere und er war der einzige, der jemals vier Kämpfe auf einer Veranstaltung gewinnen konnte. Inspiriert durch diese Erfahrungen trainiert inzwischen jeder Free Fighter den Bodenkampf und BJJ gehört immer noch zu den beliebtesten Systemen. Trotzdem hat sich heutzutage für diesen Stil eine große Fangemeinde gebildet, die das BJJ als reine Sportvariante ohne Schläge betreibt.
Der Buddhismus gilt als die friedlichste Religion überhaupt, trotzdem ist der beliebteste Sport der sehr religiösen Thais zugleich einer der härtesten. Das Muay Thai, hier auch Thaiboxen genannt, dient vielen in Thailand als Lebensunterhalt und füllt ganze Stadien.. Auch im Westen hat sich diese Kampfkunst inzwischen als beliebte Vollkontaktsportart durchgesetzt und führt viele Sportler nach Thailand, um in einem der zahlreichen Camps mitzutrainieren. Durch seine Effektivität gehört es auch in anderen Wettkampfmodi wie dem MMA oder dem K1 zu den erfolgreichsten Stilen. Entstanden ist es aus alten Muay Boran Stilen, die in den Regionen um Kambotcha, Burma und Thailand für Schlachten entwickelt wurden und viel umfangreicher waren als die heutige, eher auf den Ring konzentrierte, Sportart. Angenehmer ist eine Begegnung mit einem Muay Thaikämpfer trotzdem nicht. Die Kämpfer dürfen dabei mit Tritten gegen die Beine, den Körper und den Kopf kämpfen. Dabei ist es für das Muay Thai typisch, dass man mit den Schienbeinen und nicht mit dem Spann tritt. Boxtechniken sind ebenfalls erlaubt, wobei die Kämpfer inzwischen wenigstens Handschuhe tragen dürfen. Früher band man sich einfach Riemen um die Fäuste oder kämpfte gleich ganz ohne Schützer. Diese Art trifft man heutzutage nur noch im benachbarten Burma an. Beim sehr verwandten Burmaboxen kämpft man immer noch mit blanken Fäusten und darf zusätzlich noch Kopfstöße machen. Diese sind in Thailand allerdings auch nicht mehr erlaubt und geben dem Kämpfer im Infight „nur“ die Möglichkeit, die Ellenbogen oder die Kniee einzusetzen. Bei aller Härte ist das Muay Thai sehr traditionsgeprägt. Vor dem Kampf machen die Kämpfer ritualisierte Tänze, den “ram muay” oder “waikru”, um die Schule und den Meister zu ehren und sich auf den Kampf einzustimmen, untermalt wird dies mit einer Musik, die während des Kampfes immer schneller wird und so eine anpeitschende Wirkung hat. Wer einmal in Thailand Urlaub macht, sollte sich unbedingt den Spaß gönnen, einen Kampf in einem der großen Stadien, wie dem Lumpini, zu besuchen.
In den letzten Jahren wird man oft mit den Begriffen Mixed Martial Arts und Free Fight konfrontiert, einer Wettkampfform, in der mehr erlaubt ist, als man von etablierten Kampfkünsten gewohnt ist. Die Kämpfer dürfen je nach Regelwerk Fäuste, Füße, Knie und Ellenbogen nutzen und am Boden mit Schlägen, Hebel- und Würgetechniken (Grappling) kämpfen. Techniken, die augenscheinlich nur dazu dienen, den anderen schwer zu verletzen, sind dagegen nicht erlaubt.
Inzwischen favorisieren viele den Begriff Mixed Martial Arts, der zeigt, dass man in allen Distanzen gut sein muss und dass viele Kämpfer nebeneinander mehrere Kampfsportarten betreiben, die unterschiedliche Schwerpunkte setzten. So machen viele Free Fighter Thaiboxen oder Boxen um im Stand gut zu werden. Sie machen Ringerstile, um ihren Gegner besser zu Boden bringen zu können und betreiben Systeme wie das brasilianische JiuJitsu oder den ähnlichen Stil Luta Livre für ihre Fähigkeiten am Boden. Im Laufe der Zeit entwickelten sich Systeme, die dies alles wettkampfgerecht kombinierten und MMA so zu einem eigenständigen Stil machen, der perfekt auf den Wettkampf zugeschnitten ist.
Die Notwendigkeit, am Boden kämpfen zu müssen, löste in den 90ern eine Revolution in der Kampfkunstwelt aus, als etablierte Kampfkünstler merkten, dass sie diesem Bereich viel zu wenig Beachtung geschenkt hatten und in den Anfangsjahren dadurch den Grapplingstilen nichts entgegen zu setzen hatten. Inzwischen hat Bodenkampf deshalb auch in anderen Kampfkünsten Einzug gehalten.
Oft werden diese Kämpfe als blutrünstig und brutal dargestellt und man bekommt in den einschlägigen Medien eher den Eindruck, es handelt sich um einen menschlichen Hahnenkampf als um eine Sportart zweier austrainierter Athleten. Während Kämpfer wie Chuck Liddell oder Mirco Filipovic in den USA und Japan wie Stars behandelt werden und Tausende in große Hallen locken, fristet der Sport deshalb hierzulande ein eher stiefmütterliches Dasein.
Chuck Lidell gibt Tipps
Begibt man sich aber einmal in eine entsprechende Schule, merkt man in der Regel schnell, dass das Klischee einer Schlägertruppe weit an der Realität vorbeigeht. Meistens trifft man einen bunten Haufen kampfsportbegeisterter Menschen aus allen Schichten, die das Training sehr ernst nehmen und als das begreifen, was es ist. Ein technisch und konditionell sehr anspruchsvoller Sport, der hohe Anforderungen an die Athleten stellt.
“Jeet Kune Do”, was in etwa so viel bedeutet wie „Weg der abfangenden Faust“ wurde von Bruce Lee entwickelt, der den meisten als Schauspieler bekannt ist, in Wirklichkeit aber eher ein Kampfkunstverrückter war.
Bruce Lee begann in Hongkong mit dem Wing Chun. Ausgehend von diesem Stil, Elementen des Boxens und der Schrittarbeit des Fechtens entwickelte er das WC weiter, um es an seine Bedürfnisse anzupassen.
Dieses neue System nannte er Jun Fan Gung Fu, benannt nach seinem kantonesischen Namen Jun Fan. Bruce Lee wollte ein System, dass einen Gegner so früh wie möglich abfangen würde, das heisst so früh, dass man dem Schlag des Gegners zuvorkommen würde. Deshalb verbringt man im Jun Fan viel Zeit damit zu erkennen, wann ein Gegner schlägt und wie man ihn durch eigene Aktionen daran hindert.
Da man nicht zuerst angreifen möchte, geht es vor allem darum, zuerst zu treffen. Deshalb steht man im Jun Fan mit seiner starken und schnellen Seite vorne, um sie so nah wie möglich am Gegner zu haben. Außerdem legt man großen Wert auf die Ausbildung körperlicher Attribute wie Schnelligkeit, Koordination oder Timing. Eine besondere Bedeutung haben die Konzepte und Prinzipien des Jun Fan. Die starke Seite vorne zu haben, ist eine davon, unökonomische Bewegungen zu vermeiden, ist eine andere. Man sollte immer nur den kürzesten Weg zum Ziel wählen, was Jun Fan zu einer sehr geradlinigen Kampfkunst macht. Desweiteren ist ein Jun Fan Kämpfer bestrebt, jedes Telegrafieren (z.B. Ausholbewegungen) einer Technik zu vermeiden.
Mit der Zeit entwickelte Bruce Lee das Jun Fan aber weiter. Es ging ihm darum, dass ein Stil nicht starr ist, sondern an eine Person angepasst werden muss. Diese Individualisierung führte zur Entstehung des Jeet Kune Do, wo jeder, ausgehend von den Jun-Fan-Konzepten und Prinzipien seinen eigenen Weg der Kampfkunst finden muss.
Heutzutage haben sich daraus mehrere Linien herauskristallisiert. Zum einen die, die sehr nah am Original Jun Fan bleiben und die, die sich zwar an die Prinzipien des Jun Fans halten, das JKD aber eher frei gestalten und nebeneinander viele verschiedene Stile betreiben, um aus diesen die besten Elemente herauszufiltern. Beiden als Grundlage dient aber immer das Jun Fan Gung Fu.
Kali, Eskrima oder Arnis sind Bezeichnungen für hunderte verschiedene Stile, die vom philippinischen Archipel entstammen. Während der Ursprung des Wortes Kali der wahrscheinlich Älteste und Ursprünglichste ist, entspringen die anderen spanischen Bezeichnungen. So bedeutet “esgrima” im spanischen Fechten und “arnes de mano” etwa soviel wie Handschutz.
Da die Philippinen eine lange Zeit der Kriege und Kolonisationen hinter sich haben, ist diesen Systemen ein starker Bezug zu Hieb- und Stichwaffen aller Art anzumerken. In fast allen Kalistilen fängt man mit den Waffen, meistens dem Stock an und erarbeitet sich ein koordinatives Grundkonzept, dass auf alle Arten des Kampfes, egal ob bewaffnet oder unbewaffnet, angewendet werden kann.
Typisch für die philippinischen Systeme sind Angriffe auf die Gliedmaßen des Gegners, um ihm seiner Waffen und Mobilität zu berauben. Bei vielen Ablegern der FMA (Filippino Martial Arts) ist der waffenlose Anteil gestiegen, um es auf westliche Bedürfnisse der Selbstverteidigung anzupassen. Auch, wenn man in Regel alles trainiert, setzen manche Kali/Eskrima-Stile ihre Schwerpunkte eher auf Klingenwaffen (Pekiti Tirsia, Sayoc), während andere eher für den Stock berüchtigt sind (ETF, Serrada).
Den meisten dürften diese Systeme weitestgehend unbekannt sein und doch hat fast jeder schon Elemente dieser Kampfkünste gesehen. In vielen heutigen Actionfilmen werden die Choreographien von Leuten gemacht, die aus Umfeld der FMA kommen. Dies fing bei den Bruce-Lee-Filmen (Dan Inosanto) an, ging über die Steven-Seagal-Filme und endete bei den Lichtbildwerken mit Bourne oder den neuen Batmanfilmen (Keysi Fighting Method).
Povetkin gegen Chambers – ein unerwartet spannender Kampf. Der Sauerland-Schützling kommt erst spät in seinen Rhythmus und Chambers schlägt sich tapfer. Zwei Kämpfer im Ring, die Uhr, nur einer kann gewinnen. Endlich wieder was zu sehen.
Bis zur Rundenpause. Die Männer, die sich gerade noch als Abbild alter Helden die Visage einschlugen, mutieren vor den Augen des Zuschauers zu keuchenden Kindern in der Ringecke. Irgendein Trainer, je nach Schützling mehr oder weniger berühmt, redet immer das Gleiche an sie ran. Ob der Boxer seinen Coach überhaupt hören kann? Und wen interessiert das?
Wann hat das eigentlich angefangen, dass ich live dabei bin, wenn sich der Sportler in den Pausen zwischen den Runden ausruht? Warum muss die Ansprache des Trainers mit Richtmikrofonen aufgefangen werden, damit ich jedes „Okay“ des Boxers zwischen genähten Cuts und massiertem Halbswirbel perfekt verstehe?
Was kommt als nächstes – hält man dem Mann ein Mikrofon vor die Nase und fragt ihn nach seiner Meinung zum Kampf?
Mal ganz abgesehen davon, dass dieser Voyeurismus mit dem Sport an sich nichts zu tun hat, wären mir persönlich Kommentare zur Runde plus Zeitlupe um einiges lieber. Meinetwegen auch Bierwerbung.
Weltmeister Wladimir Klitschko kämpft am 23. Februar gegen den russischen WBO-Champion Sultan Ibragimov. Beim Vereinigungs-Titelkampf im Boxen möchte man endgültig klären, wem die Krone im Schwergewichtsboxen gehört.
Seinen letzten Kampf absolvierte Klitschko am 7. Juli 2007 in Köln, als er den Amerikaner Lamon Brewster in der siebten Runde vorzeitig auf die Bretter schickte. Ganz so einfach wird der Kampf gegen Sultan Ibragimov nicht werden, schließlich hat der Russe in seinen 23 Kämpfen als Profiboxer 22 Siege errungen und davon 17 durch vorzeitiges K.O. Der 32jährige kann zwar nicht auf so viele Kämpfe (53) wie Klitschko zurückblicken, hat aber in seiner Karriere schon jede Menge erlebt. Bei den Olympischen Spielen in Sydney errang 1,88 Meter große Modellathlet die Silbermedaille und konnte sich auch im Amateurbereich einen Namen machen. Seit Juni des vergangenen Jahres ist Sultan Ibragimov Weltmeister, nachdem im Kampf um die Krone der WBO Shannon Briggs besiegen konnte.
Für Klitschko wäre der Sieg und damit auch der Titel der WBO ein ganz besonderer Erfolg, diesen hatte zunächst im Oktober 2000 erobert und später aber wieder verloren. Das Duell der beiden Schwergewichtler wird zu dem Boxevent des Jahres. Klitschko bereitet sich ebenso wie sein Kontrahent im amerikanischen Florida vor, um sich gegen den kampfstarken Russen in Topform zu präsentieren.
Der Kampf wird am 23. Februar in New York ausgetragen und wird weltweit von Millionen an den Fernsehbildschirmen verfolgt werden. Egal wer gewinnt, er wird auf jeden Weltmeister der drei Boxverbände WBO, IBF und IBO sein und sich die Krone des Schwergewichtschampions aller Verbände aufsetzen können.
Zumindest fast. Die meisten Kämpfe im Kampfsport K-1 werden durch KO entschieden und das wollen die Zuschauer sehen.
K-1 ist eine Mischform aus verschiedenen Kampfsportarten, insbesondere des Kickboxens und des Karate, aus dem viele Tritttechniken stammen. Der zweite große Einfluss ist der Boxsport, wobei beim K-1 die traditionelle Deckung aus dem Boxen ineffektiv ist und der Kampf an sich dadurch extrem beschleunigt wird. Die Kämpfe finden meist im K.O.-System über drei Runden satt, bis der Gewinner feststeht.
1980 von einem japanischen Karatemeister entwickelt, hat es sich zu einem populären Kampfsport entwickelt, wobei jeder Kämpfer seine eigenen Techniken je nach sonstigem bevorzugtem Kampfsport besitzt und es somit formell keine eigene Disziplin darstellt.
Umstritten ist aber, ob man es als Sport oder pure Glorifizierung der Gewalt ansehen soll. Sicherlich muss man beim K-1 mehr noch als bei anderen Sportarten einen Unterschied aufmachen zwischen dem Zuschauer und dem Sportler. Dass die Brutalität eine der Hauptattraktion auf Seiten des Publikums ausmacht, ist für mich keine Frage. Durch das freie Mischen von Stilen und Sportarten kann man kaum das beim Boxen populäre Argument anbringen, dass man eher ästhetische und technische Aspekte in den Vordergrund rückt. Der pure Kampf steht im Vordergrund und der endet am besten mit einem brutalen KO.
Von Seiten der Ausübenden ist die Athletik und Beherrschung ihrer jeweiligen Kampfrichtung hervorzuheben. Körperbeherrschung ist ein Muss und mental wird ein Kraftakt verlangt, wenn man sich auf einen Gegner mit völlig anderem Stil einstellen muss, was es für mich auf jeden Fall in die Kategorie des Sports - und zwar einem der härtesten - einordnet.