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Hier wird nicht gekratzt und gebissen
 


Archiv: Ringen

Der KSV Köllerbach ist zum dritten Mal in Serie Deutscher Mannschafts-Meister im Ringen. Im letzten Finalkampf beim Luckenwalder SC konnten sich die Saarländer eine 19:21-Niederlage leisten, um den Titel-Hattrick perfekt zu machen.  Im Hinkampf erzielte der KSV schon einen 23:16-Vorsprung.

Der Gastgeber aus Luckenwalde scheiterte nun schon zum dritten Mal im Finale um die deutsche Meisterschaft im Ringen gegen KSV Köllerbach. „Ich bin mit meiner Mannschaft nicht unzufrieden, wenngleich ich mir ein besseres Endergebnis gewünscht hätte, das durchaus auch im Bereich des Möglichen lag“, erklärte der Luckenwalder Coach Heiko Röll.

KSV Köllerbach schafft den Titel-Hattrick ©flickr/ Available_Light

Köllerbachs Trainer Thomas Geid zollte dem Luckenwalder SC großen Respekt: „Sie haben uns das Leben ganz schön schwer gemacht. Zur Halbzeit, als sie eine 13:5-Führung herausgeholt und praktisch den Rückstand wettgemacht hatten, war mir wirklich nicht wohl zu Mute.“

Luckenwaldes Geschäftsführer Herbert Vogel ist stolz auf die Leistung des brandenburgischen Traditionsvereins: „Wenn man die gesamte Saison betrachtet, ist die erneute Vizemeisterschaft durchaus ein Erfolg, vor allem vor dem Hintergrund, dass im Oktober einige wegen finanzieller Schwierigkeiten sogar vom Rückzug aus der Bundesliga sprachen.“

Aber im nächsten Jahr ist hoffentlich mal der Luckenwalder SC dran!


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Marcel Ewald hat am Wochenende in Martigny beim ersten Olympia-Qualifikationsturnier das Ticket für Olympia in Peking knapp verpasst.

Der Ringer vom SV Weingarten erreichte zwar das “kleine” Finale, wo ihm ein Sieg Rang drei und damit eine Olympia-Teilnahme beschert hätte, unterlag hier aber Abbas Dabbaghi Souraki aus dem Iran in zwei Runden.

Die anderen vier Athleten des Deutschen Ringer Bundes (DRB) schieden vorzeitig aus. Schade, damit sind bisher außer den Freistilspezialisten Bichinashvili und Kehrer sowie Konstantin Schneider bei den Griechisch-Römisch-Ringern keine deutschen Ringer in Olympia vorhanden. Dabei hätte Ewald gute Chancen auf eine erfolgreiche Olympia-Teilnahme gehabt.

Es bleibt also weiter offen, ob die deutschen Ringer bei Olympia 2008 irgendwelche Chancen haben werden, oder ob sich die mangelnde Nachwuchsförderung auch in diesem Jahr bemerkbar macht. Die nächste Chance bietet sich für die Freistilringer in zwei Wochen in Warschau.


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Ringer © Flickr / redpunk

Die deutschen Ringer tun sich schwer mit den Qualifikationen um die Teilnahme an den olympischen Spielen in China.
Bisher konnten sich bei den Freistilringern lediglich David Bichinashvili in der Klasse bis 84kg und Stefan Kehrer in der Klasse bis 86kg und bei den Griechisch-Römisch Ringern nur Konstantin Schneider in der Klasse bis 74kg.

Ähnlich, wie man es bei anderen Traditionssportarten erkennen kann, plagt sich auch das deutsche Ringen mit Nachwuchsschwierigkeiten ab und steckt somit in einer kleinen Krise.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits machen heutzutage viel weniger Kinder organisierten Sport. Vielfältige Freizeitangebote und nicht zuletzt der heimische Bildschirm sind oft anziehender als das Schwitzen mit Körperkontakt.

Darüber hinaus ist der Konkurrenzkampf, der zwischen den einzelnen Sportarten herrscht, stärker geworden.
Fussball und Handball sind von jeher beliebter gewesen als Ringen, neue Trendsportarten wie Skateboarding oder Basketball zogen ebenfalls immer mehr Jugendliche an und inzwischen hat das klassische Ringen zunehmend auch aus dem Kampsportlager selber größere Konkurrenz bekommen. Für Leute, die sich nicht nur schlagen, sondern auch den Nah- und Bodenkampf trainieren wollten, gab es früher nur Judo oder Jiu Jitsu. Seit dem Free Fight Boom aus den 90ern schießen überall Schulen aus dem Boden, die Grappling, Brazilian Jiu Jitsu, Luta Livre oder Submission-Wrerstling anbieten und damit die selben Leute ansprechen, die auch zum Ringen gehen würden.

Auch, wenn viele dieser Stile ihren Ursprung im Ringen haben, sind sie manchem attraktiver durch die Tatsache, dass mehr die Aufgabe des Gegners und weniger das Gerangel im Vordergrund steht. Der modernere Anstrich tut sein Übriges.

Es liegt am Ringen selber, den Leuten klar zu machen, dass es nicht nur einer der ältesten, sondern in vielen Bereichen (Takedowns/Würfen, Positionierung) auch eines der effektivsten Systeme ist und alt nicht gleichbedeutend sein muss mit altmodisch.


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